Die sanften Techniken der Osteopathie

Indirekte
osteopathische Behandlungs-Techniken sind ungefähr
das

Gegenteil
vom 'Einrenken' des Chiropraktikers oder Orthopäden.
Beim

chiropraktischen Eingriff wird die Fehlstellung
eines Wirbels oder eines

Gelenkes auf
eine ganz direkte Art dorthin gedrückt, wo sie sein
sollte,

damit von
dieser Stelle kein Schmerz mehr ausgeht.



Beim
indirekten Vorgehen fühle ich mich so ebenso präzise wie ein

Chiropraktiker in alle beteiligten Muskeln,
Bänder, Faszien und Gelenke

hinein, um
herauszufinden, woher der stärkste Zug kommt, der auf
die

zu
behandelnde Region einwirkt. Indem ich auf diesen speziellen
Zug,

also die
Verspannung, eine Zeitlang minimal übertreibe, nehme ich
alle

Spannung aus
dem umgebenden Gewebe bis es fast schwerelos wird.

Es ist fast das Gegenteil vom Dehnen. So kann
sich fast jede Spannung

organisch
auflösen - sie wird gehalten, braucht nicht länger
'verspannt'

zu sein und
sie löst sich schließlich in sich selber auf. Alles atmet auf,
die

ganze
Wirbelsäule, das Nervensystem und die Schlüsselregionen
freuen

sich über die Gesamtentlastung der Statik.
Dieser Vorgang dauert länger aber in dieser Zeit passiert ganz viel
im gesamten
Körper ... alle beteiligten Gewebe reagieren darauf, sie werden
z.B. warm,
weil die Durchblutung sich verändert, es kann in völlig anderen
Körperregionen
kribbeln oder 'fließen' ... auf direkte und indirekte Weise
entspannt eben nicht
nur die Schmerzregion, sondern der ganze Körper.
Diesen Vorgang kann man optimal mit gezielter Akupressur oder hier
und da
einer kurzen 'Einlage' Fußreflexzonen-Behandlung, Ohr-Reflexzonen
oder auch
Chapman-Punkten unterstützen.
Das Geniale an dieser indirekten Osteopathie ist, daß der Behandler
auf
diese Weise direkte Zusammenhänge im ganzen Körper zu erspüren
lernt:

Woher kommt
dieser spezielle Zug auf das
Hüftgelenk?

Woher kommt dieser spezielle
Zug auf die Schulter oder den Nacken?
Behandlung einer Kreuzdarmbeingelenk-Einschränkung
Sie liegen mit dem Rücken auf
der Behandlungsliege und haben vielleicht
zur Entlastung Ihres Schmerzes die Beine angestellt. Ich habe eine
oder
beide Hände unter das Kreuzbein geschoben und tue erst einmal
nichts -
außer dem Gewebe ausgiebig zuhören ("local listening")
Nach einer Weile wird vermutlich deutlich, wohin die Hände gezogen
werden:

werden sie kopfwärts gezogen,
liegt das Problem wahrscheinlich auf der

Ebene des Übergangs von
unterstem 5. Lendenwirbel und dem
Kreuzbein

und/oder den daran nach oben
anschließenden großen
Bindegewebsflächen

wird die Hand von der
bestehenden Verspannung fußwärts gezogen,

so kann die
Bewegungseinschränkung auf Höhe des Steißbeins
liegen

versinkt die Hand zwischen den
Beckenschaufeln, wird also in
Richtung

Bauch gezogen,
können die
Beeinträchtigungen im Bereich des
Unterleibs

liegen

wird die Hand eher zur Seite
gezogen, so kann die Bewegungseinschränkung

z.B. vom Kreuzdarmbeingelenk
kommen, von den starken Bändern im Becken

oder auch von den
Hüftgelenken

wird die Hand schließlich
sowohl bauchwärts und kopfwärts gezogen, so

sollte man eine unnatürliche
Spannung der Dura mater innerhalb des Kanals

im Inneren der Wirbelsäule in
Betracht ziehen ... und hier speziell mit

craniosakraler Osteopathie eine
Lösung dieser Spannungen suchen
Auf
diese Weise wird nicht nur das Symptom behandelt, sondern auch
die
möglichen Ursachen und alle unmittelbaren
Beteiligungen von Verspannungen
Dasselbe
läßt sich wunderbar auch mit anderen Regionen machen
... z.B. mit den Schulterblättern, um den
oft so verhärteten Bereich
zwischen den Schulterblättern bis hoch in
den Nacken zu entspannen