Craniosakrale Osteopathie und der "Breath of Life"
Der große amerikanische Osteopath Dr. Sutherland erforschte als erster die
Wechselwirkungen des craniosakralen Systems mit Gesundheit und Heilung.
Er griff das osteopathische Konzept von Andrew Tayler Still (dem Begründer
der Osteopathie) auf und wandte es auf die Schädelnähte (Suturen) an.
Dabei entdeckte er, daß sich die einzelnen Schädelknochen zueinander wie
gelenkige Verbindungen verhalten und so geformt sind, daß eine minimale
Bewegung des Schädels während des ganzen Lebens erhalten bleibt, die aber
als Reaktion auf ein Trauma oder eine Systemerkrankung eingeschränkt sein
kann. Darüberhinaus gibt es eine sog. Kernverbindung oder auch "Core-Link"
zwischen dem Schädelinneren mit seinen Trennwänden und der Dura Mater
als Hülle um das Rückenmark, die bis hinunter ins Kreuzbein reicht ... deshalb
der Begriff "craniosacral", also Kopf (lat. cranium) und Kreuzbein (lat. sacrum)
betreffend. Die Schädelknochen, die Wirbelsäule mit dem Nervensystem und
das Kreuzbein in der Mittellinie des Körpers bewegen sich synchron in einem
feinen Eigenrythmus, den man im ganzen Körper wahrnehmen lernen kann.
Während dieser Arbeit erkannten Dr. Sutherland und seine Nachfolger immer
deutlicher das Wesen der körpereigenen Heilkraft, die uns ständig stabilisiert,
repariert und erhält und die den Weg der Entspannung in Richtung Gesundheit
kennt. Diese uns erhaltende Kraft nannte er die Primäre Atmung im Gegensatz
zur Lungen- oder Zwerchfell-Atmung.
Dieser "Atem des Lebens", wie er auch genannt wird, ist die Intelligenz des
Lebens selbst, die innerhalb der Körperflüssigkeiten alle Zellen und Gewebe
umspült und versorgt und so das Mileau der Grundsubstanz in einem gesunden
Gleichgewicht hält. Je länger man sich mit den Wirkungen der craniosakralen
Osteopathie beschäftigt, kann sogar so weit gehen und sagen, diese Primäre
Atmung IST die Gesundheit.
Der Schlüssel zur osteopathischen und craniosakralen Behandlung liegt
in der Fähigkeit des Behandlers, sich mit dieser primären Lebenskraft zu
synchronisieren und sich von ihr leiten zu lassen im Behandlungsablauf.
Dadurch wird die Aufmerksamkeit in einer osteopathischen Behandlung nicht
'nur' auf Entspannung der Nerven und Gewebe sondern auf die im Innersten
bestehende Gesundheit und auf die gesunden Vorgänge im Körper gerichtet
anstelle einen Schmerz zu "bekämpfen" und ihn 'nur' loswerden zu wollen.
Dem Körper und dem Nervensystem wird damit die seltene Gelegenheit gegeben,
sich völlig natürlich zu entspannen und sich dabei an einen frei schwingenden,
fast schwebenden Zustand zu erinnern und neu zu orientieren. Das muß man
nicht glauben, sondern das läßt sich immer wieder erleben in osteopathischen
oder craniosakralen Behandlungen.
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